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Schwachpunkte der Hygiene in
Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung
– Angriffspunkte für Mikroorganismen
Typische
Hygieneschwachpunkte sind die Anlieferung leichtverderblicher Produkte, die
Lang- und Kurzzeitkühlung von Waren, die Erhitzung bei der Zubereitung,
mangelnde Reinigungs- und Desinfektionsverfahren sowie Schädlingsbefall. Abhängig
von der Betriebsform sowie den vorhandenen Produkten und Produktionsformen muss
von weiteren Problemzonen für die Sicherheit der Produkte z. B. im Bereich der Speisenausgabe ausgegangen werden. Die an den Hygieneschwachpunkten vorhandenen
Gefahren ergeben sich fast immer aus der mangelhaften Beherrschung mikrobieller
Aktivitäten. Kenntnisse der Potenziale und Fähigkeiten von Mikroorganismen
sind zur Gefahrenanalyse und Risikoabschätzung unabdingbar, wie sie bei der
Umsetzung eines HACCP-Konzeptes benötigt werden. Bei Festsetzung der Grenzwerte
an den Lenkungspunkten (CCPs), in der Regel Temperatur-Zeit-Kombinationen, müssen
die Eigenschaften der Mikroben und die Widerstandsfähigkeit der Keime
hinsichtlich Inaktivierungsmethoden berücksichtigt werden.
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Krankheitserregende Mikroben in
Lebensmitteln -
Hemmung und Inaktivierung der Keime
Mikroorganismen
sind fast immer die Ursache von Erkrankungen, die durch Lebensmittel ausgelöst
werden. Vor allem Salmonella- und Campylobacter-Keime sind als
Durchfallerreger weit verbreitet. Bakterien wie Listerien und Escherichia
coli EHEC werden über die Nahrung auf den Menschen übertragen und können
zu schweren Erkrankungen führen. Auch Viren haben als durch Lebensmittel übertragbare
Krankheitserreger eine weitaus größere Bedeutung als früher angenommen. Die
Hemmung der Vermehrung von Mikroorganismen bzw. ihre Abtötung werden in
Zusammenhang mit Lebensmitteln als Konservierungs- und Desinfektionsmaßnahmen
durchgeführt. Neben dem Einsatz von chemischen Verbindungen wie
Konservierungsstoffen und Desinfektionsmitteln können physikalische Faktoren
wie Temperatur, pH-Wert oder die Wasseraktivität zur Bekämpfung von Keimen
genutzt werden. Denn viele krankheitserregende Bakterienarten müssen sich erst
in den Lebensmitteln und Speisen vermehren, um überhaupt ein Infektionsrisiko
darzustellen. Durch geeignete Auswahl der Umweltfaktoren z. B. bei der Lagerung
kann das Wachstum dieser Keime beeinflusst werden.
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Bedeutung von Temperaturen und Zeiten
bei der Entstehung von Lebensmittelinfektionen und –vergiftungen
Die
Einhaltung bestimmter Temperaturen spielt bei der Herstellung, aber auch bei der
Lagerung und beim Transport vieler Lebensmittel eine wichtige Rolle, sofern sich
diese nicht in einem keimfreien Zustand befinden. Die in Lebensmitteln fast
stets in Vielfalt vorhandenen Bakterien können sich in einem erstaunlich weitem
Bereich von Temperaturen vermehren oder zumindest in einem lebenden Zustand
verbleiben. Auch die zur Kühlung von Lebensmitteln eingesetzten Temperaturen
sind beispielsweise kein vollkommener Schutz vor Keimwachstum. Temperaturen über
70 – 80 °C, wie sie bei verschiedenen Garmethoden auftreten, werden zwar zur
Inaktivierung von Mikroben eingesetzt, aber noch in kochendem Wasser vermögen
einige Dauerformen gefährlicher Bakterien zu überleben. Gleichzeitig sind
viele Keime in der Lage, sich in nur kurzer Zeit stark zu vermehren. Dies trifft
für Salmonellen und andere Bakterien zu, die Lebensmittelinfektionen
hervorrufen, aber auch für Staphylokokken, die für den Menschen giftige Stoffe
in die Nahrungsmittel ausscheiden. Nur durch strikte Temperatur- und
Zeitkontrolle bei der Lebensmittelherstellung kann die Sicherheit der
Lebensmittel gewährleistet werden.
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Im Kühlraum aktive
Verderborganismen und Infektionserreger
Auch
Kühlung ist kein vollkommener Schutz vor Verderb und Lebensmittelinfektionen.
Viele Bakterien können bei niedrigen Temperaturen sogar länger überleben als
bei Raumtemperatur. Verschiedene sogenannte „psychrotolerante“ (Kälte
tolerierende)
Mikroorganismen wie Pseudomonaden vermehren sich sogar in der Kälte, wenn auch
nur langsam. Aber nicht nur der Verderb durch mikrobielle und enzymatische
Prozesse geht im Kühlraum weiter, auch Vermehrungsprozesse Krankheiten
verursachender Bakterien sind nicht ausgeschaltet. Listeria und
Yersinia –Keime können noch nahe dem Gefrierpunkt wachsen, pathogene Bacillus- und
Clostridium-Arten scheiden dann sogar noch Toxine aus. Besondere
Eigenschaften und Anpassungsmechanismen dieser Mikroben sind notwendig, um
Wachstum bei tiefen Temperaturen überhaupt möglich zu machen.
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Die Kolonisierung von
Oberflächen durch Mikroorganismen:
Eigenschaften von Biofilmen und Bekämpfungsmöglichkeiten
Ob aus Holz,
Metall oder Kunststoff, auf fast jeder Oberfläche siedeln sich auf Dauer
Bakterien an. Biofilme sind häufig die entscheidenden Kontaminationsquellen in
Lebensmittelbetrieben. Trotzdem wurde die Bedeutung dieser von Bakterien
gebildeten Aggregate lange Zeit ignoriert. Dabei leben die allermeisten
Mikroorganismen nur selten oder nie als Einzeller, sondern in Verbänden mit
gleichen Organismen, aber auch mit Zellen anderer Arten. Erst in den letzten
Jahren hat die Forschung auch erkannt, welche enormen Vorteile diese Lebensform
den Mikroben bietet. Der Biofilm verschafft den Mikroorganismen die Möglichkeit,
auch unter ungünstigsten Umweltbedingungen zu überleben. Er bietet Schutz vor
hohen Belastungen durch Desinfektionsmittel, Säuren und anderen
antimikrobiellen Substanzen. Nur durch drastische Reinigungs- und
Desinfektionsmaßnahmen oder gänzlich neue Strategien können Biofilme
beseitigt oder - noch besser - ihre Entstehung verhindert werden.
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BSE: Entstehung und
Risiken von Prionen-Krankheiten
Die Rinderseuche BSE gehört zu den sogenannten „übertragbaren
spongiformen Enzephalopathien“. Ähnlich verlaufende und immer tödlich
endende Erkrankungen sind auch bei anderen Tierarten und bei Menschen bekannt.
Zum erstenmal wurde die Prionen-Krankheit Kuru, die in Neuguinea durch Kannibalismus
ausgelöst worden war, als eine solche Infektionskrankheit erkannt. In allen Fällen rufen wahrscheinlich gleiche Erreger die Krankheit hervor, aber
weder Viren noch Bakterien, die typischen Auslöser von Infektionskrankheiten,
konnten bislang als Erreger identifiziert werden. BSE und verwandte Krankheiten
werden offensichtlich allein durch eine Eiweißverbindung, das Prion,
ausgelöst. Zumindest BSE ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf den Menschen
übertragbar, wie bislang an die 200 Opfer der neuen Variante der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zeigen. Bis zum Ausbruch der Krankheit
können bei den bekannten Prionen-Krankheiten allerdings Jahre oder auch
Jahrzehnte vergehen, so dass erschreckend hohe, von BSE ausgehende Erkrankungsraten
für die Zukunft prognostiziert wurden. Das Risiko der Übertragung der
BSE-Erreger von Rinderprodukten auf den Menschen kann aber inzwischen als sehr gering bewertet werden.
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